Sind die Kritiker scheinheilig?
Meine Gedanken zum Burma Day und der dazu geäußerten Kritik.
Nach dem 04.10. wird sich in den Blogs weiter kontrovers mit dieser Aktion beschäftigt (Links siehe am Ende des Artikels). Schon deshalb war sie ein Erfolg.
In zahlreichen Posts und Kommentaren wird Kritik an dieser Aktion geäußert, oft in einer Art und Weise, die ich nicht nachvollziehen kann und die meiner Meinung nach in einigen Fällen nicht mehr den Netiquette gerecht werden. Und dies bei einem Thema, zu einem Anlass, bei dem derart agressive Töne nun wahrlich nicht angebracht sind.
Denen, die sich an der Aktion beteiligt haben, wird vorgeworfen, sie wollen nur ihr Gewissen erleichtern, wären scheinheilig, sollten lieber Geld für eine gute Sache spenden, wären bei ähnlichen Anlässen inaktiv geblieben, ‘Gutmenschen’, Ablasshandel usw. und so fort. Da wir uns hier in der Bloggerwelt überwiegend nur durch unsere Blogs und Kommentare kennen, sind solche Klassifizierungen mindestens gewagt. Auch wenn sich jemand in seinem Blog nur mit dem sogenannten Katzencontent beschäftigt, ist er nicht zwangsläufig politisch desinteressiert. Aber selbst wenn diese Vorwürfe in einzelnen Fällen zutreffen – inwiefern ist deswegen die Aktion negativ zu bewerten?
bueltge hat meiner Meinung nach treffend formuliert, was den Einzelnen an der Aktion berührt.
Nur weil nicht in allen Posts am 04.10. Tibet, Dafur, Nordkorea, Palästina und und und….. erwähnt waren, bedeutet dies nicht, daß sie vergessen sind. Gerade durch diesen Aktionstag sind auch diese Staaten, Regionen, Völker in das öffentliche Bewußtsein geholt worden.
Auch wer sich vorher nicht mit Burma beschäftigt hatte, durfte an dieser Aktion mitmachen und er muß sich deswegen nicht kritisieren lassen. Jetzt ist dem Mitmacher zumindest etwas über Burma bekannt und da ich die News aufmerksam lese, ist mir auch bekannt, daß die Bloggeraktion ihren Teil zur Öffentlichkeitswirkung beigetragen hat – und sei er noch so klein.
Ich werde weiter meinen kleinen Teil beitragen und ich werde auch künftig an derartigen Aktionen teilnehmen, selbst wenn es um Länder, Völker, Regionen geht, von denen ich heute kaum Kenntnis habe. Ob ich darüber hinaus noch etwas tue, was nicht aus meinem Blog hervorgeht, oder ob ich für bestimmte Zwecke spende, spielt für derartige Aktionen keine Rolle – und das muß ich auch nicht zwecks Legitimation meiner Teilnahme an Aktionen analog Free Burma! offenlegen.
In diesem Sinne – schönen Sonntag bei herrlichem Herbstwetter!
Links zu Thema:
Free Burma Initiative: Immer diese Trendbanner!
Free Burma – Free China – Free …
Ich soll von “Free Burma” Abstand nehmen
das zweischneidige Schwert der Öffentlichkeit







7. Oktober 2007 at 12:14
Du sprichst mir aus dem Herzen. Vorwürfe wie: “…wenn du nicht das gemacht hast, dann bist du unglaubwürdig, wenn du das machst…”, “und du solltest lieber das und das machen…” usw. schränken nur ein, demotivieren. Ich empfinde so etwas in gewisser Weise sogar als arrogant. Als Botschaft kommt nämlich ‘rüber: “Ich hab Ahnung und du bist doof.”
Ich freue mich jedenfalls, dass sich Menschen beteiligen. Dass nicht jeder quasi berufsmäßig einsteigen kann, sondern nur im Rahmen seiner alltäglichen Möglichkeiten und Sachzwänge, finde ich völlig verständlich. Auch ich kann mich nicht um das Elend der ganzen Welt kümmern und so bleibt mir nur, zu tun was ich kann. Und wie im Beitrag schon erwähnt: Warum sollen nicht Leute neu einsteigen. Wenn die Latte hoch gelegt wird, kann das ja nur bedeuten, Menschen auszuschließen vom Protest und das fände ich überhaupt nicht gut.
7. Oktober 2007 at 21:46
Danke für den Kommentar!
5. November 2007 at 20:44
[...] Auch wenn noch immer viele inhaftiert sind, ist es doch ein Erfolg. Insoweit wird auch unsere Blog Action Free Burma vom 04.10.2007 bestätigt. [...]