TEA – ein Editor für Linux

In der Linux-Welt gibt es – der UNIX-Philosophie folgend – für jeden Einsatzzweck ein leistungsfähiges Programm. Es soll gut können, wofür es geschrieben wurde und nicht mit Merkmalen überladen sein, die für den eigentlichen Zweck nicht erforderlich sind. Die sog. eierlegende Wollmilchsau ist verpönt.
Nun gibt es verschiedene Ansichten darüber, welche Merkmale und Funktionalitäten jeweils erforderlich sind, woraus dann eine Vielzahl kleiner, effektiver Programme für den gleichen Einsatzzweck resultieren. Deshalb liebe ich Linux-Systeme auch so – man hat die Auswahl!
Oft wurden die Programme geschrieben, weil User mit den vorhandenen Programmen nicht zufrieden waren und sie sich deshalb ein eigenes Programm aus den vorhandenen entwickelten. So ist das auch bei Editoren.

Jede Linux-Distribution installiert beim Aufsetzen des Systems mindestens einen Editor mit dem OS zusammen. In der Regel sind es vi und ed, sowie ein weiterer Editor, oft nano.
Die Desktopumgebungen Gnome (gedit), KDE (kate) und XFCE4 (mousepad) bringen dann jeweils den in Klammern aufgeführten Editor mit.
Wer darunter nicht den Editor findet, der seinen Ansprüchen gerecht wird, kann aus einem großen Reservoir von Editoren schöpfen.
Ich habe mal in synaptic in den ubuntu-Paketquellen nach “editor” suchen lassen – hier das Ergebnis (ohne Entwicklungsumgebungen und speziellen html-, xml-, LATeX-, Font-, hex-, Sound- … Editoren):

aee, axe, e3, ee, elvis, emacs, fte, gobby, gtkedit, jed, jEdit, joe, jove, kedit, kwrite, leafpad, levee, lpe, mateedit, medit, mg, mped, ne, nedit, qemacs, scite, ted, textedit.app, the, vile, yudit

- uff, das war’s! Einige wenige sind mir vielleicht durchgerutscht, aber es sind trotzdem beeindruckend viele (das Gesamtangebot zu Editoren in Ubuntu 8.04 findet man hier).

TEA - Editor

Ein Editor, den ich oben nicht aufgeführt habe, ist TEA. Er ist auch in den Paketquellen von Ubuntu und sidux, ich habe ihn mal installiert und bin begeistert! Klein, aber mächtig, wie man so schön sagt! Entwickelt hat ihn Peter Semiletov, geboren in Kiev (USSR) 1977. Er arbeitet z.Zt. als Journalist und schreibt meistens über Freie Software/Open source und digitales Sound-/Video-processing. Er hat den Editor für sich geschrieben und das merkt man – im positiven Sinne.
Neben dem, was ein Editor so können muss, findet sich vieles, was ein für den Markt programmiertes Programm nicht beinhalten würde (so nette Gimmicks wie z.B. die Umwandlung von arabischen Zahlen in römische, die Umwandlung von Text in Morsezeichen, die Verschlüsselung von e-mail-Adressen). Und er ist schnell, der kleine Editor, der auch sehr sparsam mit Speicherplatz umgeht.
Die Version in Ubuntu und sidux (die wohl aus den Debian-Quellen stammt) ist auch in deutsch lokalisiert (ich habe die Version 17.5.4 installiert; es gibt mittlerweile eine Version 18).

Wer sich näher damit befassen will – ich habe das Handbuch mal, so gut es mir möglich war, übersetzt – nach bestem Wissen und Gewissen – trotzdem bei Gebrauch kritisch lesen und damit umgehen – Garantie für die Übersetzung bzw. aus dem Gebrauch dieser Übersetzung resultierender Probleme übernehme ich ausdrücklich nicht!
Zu finden ist es hier (es basiert auf dem in der TEA-Version 17.5.4. enthaltenen Manual). Es ist ein html-File, in UTF-8 kodiert.
Das Originalhandbuch (in englisch), beschreibt nicht sämtliche Funktionen, aber man kommt trotzdem gut mit dem Programm zurecht.

Links zu TEA:
Homepage des Editors
Das englische TEA-Manual (pdf-File)
Die Homepage von Peter Semiletov (in russischer Sprache)

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