Feb 24 2010

Sie halten uns für blöd?

von oldman

Ich hatte heute bei meinem Autohaus etwas zu erledigen, musste etwas warten und habe die Zeit genutzt, fern zu sehen. Es lief N24, ein Bericht über die Arbeit von Beamten der Wasserschutzpolizei. Die mussten auch grosse Seeschiffe kontrollieren und sprachen mit der Mannschaft englisch. N24 hat die deutsche Übersetzung akribisch als Untertitelung angezeigt – so weit, so gut.
Als der eine Beamte dem Kapitän mit »OK« antwortete und dann im Untertitel auch dieses »OK« mit »OK« eingeblendet wurde, zuckte ich zusammen.


Jan 30 2010

Insalata Mista N° 21

von oldman

Jürgen Fenn macht sich Gedanken zur Privatisierung des virtuellen Raums. Mailinglisten, Usenet in Webforen und soziale Netzwerke verschließen sich dem freien Zugang und lassen keinen offenen Diskurs zu.

Bei den Zeitschriften Frankfurter Rundschau (FR) Berliner Zeitung, Kölner Stadtanzeiger und Mitteldeutscher Zeitung (Halle/Saale) gibt es einen großen Schnitt. Gibt es bald nur noch eine anstatt vier?

Im politisch rechten Spektrum gibt es eine neue Zeitschrift. Ein Monatsmagazin mit dem namen »Zuerst« will » die “ganzen Alt-68er, die am Drücker sitzen, ordentlich in die Zange” nehmen«. Dafür findet sich eine zahlende Leserschaft? Oder wird diese Zeitschrift großzügig gesponsert?

Ein launiger Artikel zur OpenCola findet sich bei keimform.de. Open bedeutet hier nicht, das die Dose oder Flasche offen ist, sondern dass das Rezept frei verfügbar ist.


Jan 9 2010

Sind die Medien an die Stelle der Moon-Sekte getreten?

von oldman

Die Moon-Sekte kündigte in der Vergangenheit schon mal den Weltuntergang an – der angekündigte Zeitpunkt verstrich, die Welt gibt es noch immer. Um die Sekte ist es ruhig geworden, zumindest hier in Deutschland.
Da sich mit Weltuntergangsszenarieren gut Geld machen lässt, sind die Medien an die Stelle der Moon-Sekte getreten. Noch nicht lange her, wurde uns das Aussterben der Menschheit durch die Schweingrippe angedroht. Jetzt liegen Millionen von Impfstoffportionen auf Lager.
Die letzten Tage wurden wir auf den Untergang infolge Daisy vorbereitet. Es kam zu Hamsterkäufen; unser Bäcker hat soviel Brot verkauft wie nie zuvor. Da die Katastrophe ausblieb, wird das Brot wohl dann am Montag »entsorgt«!

Was droht uns als nächste Katastrophe, was bringt uns als Nächstes den Untergang? Geht uns das Bier aus? Muss Karneval abgesagt werden? Die Medien werden es uns präsentieren!


Nov 6 2009

Aus für netzeitung.de

von oldman

Zu lesen bei netzeitung.de:

Aus wirtschaftlichen Gründen wird das bisherige Konzept einer Internetzeitung mit eigener Redaktion zum 31. Dezember 2009 aufgegeben. Aus diesem Grund wird sämtlichen Mitarbeitern in Kürze betriebsbedingt gekündigt werden. Bestehende vertragliche Verpflichtungen der Internetzeitung werden noch im 1. Quartal 2010 erfüllt.

Kommen doch Gebühren für Online-Zeitungen – aber wer zahlt die??


Jan 31 2009

Handybücher – wieder etwas Neues

von oldman

Die technische Entwicklung provoziert Neues in anderen Gesellschaftsbereichen. Sicher keine neue Erkenntnis. Erstaunlich ist aber immer wieder, was sich dann so entwickelt. Ich stoße auf einen Augenstolperstein beim Lesen einer Nachricht: Handybücher – what’s that??

Handybücher sind keine Bücher über Handys, sondern Bücher, die man auf Handys liest.

Handybücher kann man nur auf Java-fähigen Geräten lesen. Bestellt werden sie einfach per SMS, sie kosten zwischen drei und fünf Euro. Der Umfang reicht von ein paar wenigen bis hin zu mehreren hundert Seiten. “Lucy Luder und der Mord im StudiVZ” wäre beispielsweise als gedrucktes Buch etwa 80 Seiten dick, auf dem Handy sind es je nach Schriftgröße zwischen 400 und 500 Seiten.

Diese Handybücher werden extra für Handys geschrieben – kurz und knackig. Ob der Text sich auf dem SMS-Abkürzungsniveau bewegt, habe ich nicht heraus gefunden. Ist sicher mühsam, 400 bis 500 Handyseiten zu blättern. Da ist ein E-Book-Reader sicher praktikabler – oder was meinen die Power-Handy-User?


Okt 24 2008

Herrliche Schlagzeile in der taz

von oldman

Besser kann man es nicht sagen:

Heidenreich aus Anstalt entlassen


Sep 19 2008

Werbung ist das Beste

von oldman

Ansonsten ohne Fernsehgerät, nutze ich den Urlaub immer, um diese Entscheidung (ohne Fernsehgerät zu leben) zu überprüfen. Ob Hotelzimmer oder Ferienwohnung – ein Fernsehgerät ist ja Standard.
Aber auch die letzte Überprüfung während des Urlaubs in Dresden hat mich nicht dazu bewegt, meine Einstellung zu ändern. Das Beste an dem Fernsehangebot ist (abgesehen von wenigen Ausnahmen) mittlerweile – etwas überspitzt formuliert – die eingeblendete Werbung.
Wenn ich bedenke, dass der Durchschnittsfernsehkonsum der Deutschen im mehrstündigen Bereich liegt, wundert mich das. Ich würde das bei dem Programmangebot nicht durchstehen. Wie kommt diese Konsumdauer zustande?


Mai 22 2008

Hape Kerkeling nun auch spiritueller Sinnstifter

von oldman

100 Wochen an der Spitze der deutschen Bücherbestsellerliste und schon wird Hape Kerkeling zum neuen Sinnstifter. Sein Buch “Ich bin dann mal weg” (vielleicht hätte er es auch bleiben sollen?) hat sich inzwischen mehr al 3 Mio. mal verkauft und einen Jakobspilgerboom in Deutschland und Österreich ausgelöst.
Die Pilgerzahlen haben sich verdoppelt und allenthalben wird dies als Zeichen gesehen. “Religion ist wieder in” sagt die Sprecherin des Piper-Malik Verlags; Pater Karlson (Direktor der Katholischen Akademie in Berlin) stellt ein wachsendes Bedürfnis nach “spirituellen Dingen” fest und “Es gibt das Bedürfnis, eine Leere im Alltag zu füllen.” Er mutmaßt, das Buch fülle eine Lücke bei der Selbstsuche” (ich habe noch nie verstanden, was damit gemeint sein soll).
Das deutet auf einen neuen spirituellen Führer hin. Hape Kerkeling (‘Kerke’bedeutet ‘Kirche’(!) im bergischen Dialekt) als Religionsgründer und Horst Schlämmer wird der erste Papst! Das füllt die Leere im Alltag, so einfach geht das!
Aber auch dieser Hype wird bald vorbei sein und irgend etwas Neues füllt die Leere. Eine neue Leere ersetzt die alte Leere.
Frei nach dem Spruch: Er hinterließ eine Lücke, die in vollkommen ersetzte.

Quelle:
Bonner General-Anzeiger vom 22./23.05.2008, S. 16
“Ich bin dann mal auf Platz eins”