Feb 3 2010

Zahlen trotz Nichtabnahme?

von oldman

Eon nimmt wegen der Wirtschaftskrise weniger Gas von Gazprom ab, als vereinbart. Die nicht abgenommene Menge muss Eon nun aber doch bezahlen. Dieses Geld (100 Mio. USD) seihen aber nicht verloren, sondern würden auf die nächsten Jahre angerechnet, wenn Eon dann die vereinbarten Mengen abnimmt. Der Vertrag mit Gazprom sei so gestaltet, sagt man bei Eon.
Mag ja so sein – aber unter diesen Umständen wird auf die Verringerung des Gasverbrauchs (aus Gründen der Energieeinsparung) wohl wenig Wert gelegt.


Dez 23 2009

Die Chinesen sind konsequent

von oldman

Vor vielen Jahren, als die fünf neuen Bundesländer noch die DDR waren, leisteten sich die damaligen obersten Wüdenträger etwas Besonderes – es wurden Volvos angeschafft, nur wenige, als Staatskarosse.
Die Chinesen sind da anders – die kaufen das gesamte Unternnehmen. Kaufpreis soll bei 1,5 bis 2 Milliarden Euro liegen. Die Volvos werden ja ab und an schon mal mit einem Panzer verglichen – vielleicht machen die Chinesen ja einen ‘draus. Dort kann man ja gut mit Panzern umgehen.
Ein Land, in dem Unternehmen zu Haus sind, welche sich derartige Käufe leisten können, bekommt von der Bundesrepublik Deutschland Entwicklungshilfe. Gibt es dafür nicht bedürftigere Länder?


Dez 16 2009

Hoffnung und Glaube wurden gemeuchelt

von oldman

Glaubt noch irgendjemand, dass in Kopenhagen ernsthaft versucht wird, etwas für das Klima zu tun? Selbst wenn das Kasperletheater noch zu einem abgestimmten Ergebnis kommt, wird sich niemand daran halten – falls es überhaupt so formuliert ist, das eine Kontrolle möglich wäre. Diese Tagung schadet dem Klima mehr, als sie nutzt.


Okt 2 2009

Irgendwann setzt es sich halt doch durch!

von oldman

Seit Jahren war ich nicht mehr in der Schweiz; vor Jahren häufiger. Meistens sind wir auch die steilen Passagen gewandert, haben selten die Seilbahnen genutzt – nicht nur aus sportlichem Ehrgeiz, sondern auch der vielen Fränkli wegen. Das war (und ist) sehr teuer, das Seilbahnfahren.
Jetzt gibt es aber anscheinend eine Wende – es gibt vermehrt Gratisangebote zur Seilbahnbenutzung:

Der Erfolg gibt den Destinationen recht: Die Frequenzen sowohl bei den Fahrten wie auch bei den Übernachtungen konnten gesteigert werden.

Es rechnet sich dann also auch, wenn etwas gratis ist.


Sep 29 2009

Schwund ist einkalkuliert?

von oldman

Es wurden 22.000 Stellen gestrichen und 7000 Mitarbeiter versetzt. Ist das eine Meldung wert? Sicher nicht, denn es ist ein ganz normaler Vorgang in der heutigen Zeit. Man muß flexibel sein, oder? Die, die nicht entlassen werden, stehen unter großem Arbeitsdruck oder werden gemobbt.
Aber dann die Reaktion der betroffenen Menschen – zahlreiche Selbstmorde bei der France Télécom beunruhigen sogar die Regierung.

Sie forderte die Unternehmensleitung zum Dialog mit den Mitarbeitern auf. Künftig sollen die Betriebsärzte – soweit es die Schweigepflicht erlaubt – psychisch labile Mitarbeiter melden.

Das ist sicher einfacher, als an den auslösenden Umständen etwas zu ändern. Was geschieht dann mit diesen Mitarbeitern?


Jul 27 2009

Manager wird von Arbeitern erschlagen

von oldman

Dies ist kein Aufruf zur Gewalt und keine Befürwortung von Gewalt. In Zeiten wie diesen, verschieben sich anscheinend die Relationen.

Der Staatsbetrieb Tonghua soll vom Privatkonzern Jianlong geschluckt werden. 30.000 Jobs sind gefährdet. Doch aufgebrachte Tonghua-Arbeiter protestierten dagegen und erschlugen den Jianglong-Chef.

So geschehen in China. Die geplante Fusion wurde daraufhin erst einmal auf Eis gelegt.


Jun 19 2009

Bonner Ratsherr überfordert

von oldman

Der Rhein-Sieg-Kreis will Anteile der SWB-Energie-Tochter (EnW) an RheinEnergie Köln verkaufen. Das Kartellamt hat dagegen Bedenken angemeldet, weil es eine Einflussnahme der Kölner auf den Öffentlichen Nahverkehr in Bonn befürchtet. Was macht der gewiefte Gesellschaftsrechtler in so einem Fall – genau, es wird eine gesellschaftsrechtliche Konstruktion gezimmert, die formaljuristisch i.O. sein mag, am eigentlichen Sachverhalt aber nichts ändert.

Das Geschäft soll trotzdem nicht platzen. Deshalb wollen die Stadt Bonn und der Kreis die Bedenken nun mit einer Konstruktion umgehen, indem die Kölner – vereinfacht gesagt – nur rund halb so viele Anteile erhalten wie geplant, aber den vollen Kaufpreis (geschätzte 105 Millionen Euro) bezahlen.
Die restlichen verfügbaren Anteile gehen für den symbolischen Preis von einem Euro wieder an die Stadtwerke Bonn zurück, die es aber im Innenverhältnis durch Verträge so gestalten und aussehen lassen wollen, als ob die RheinEnergie alle Anteile des Kreises übernommen hätten. Alles klar?

Ratsherr Guido Pfeiffer (Grüne) Diplom-Informatiker und IT-Berater, ist fit im Gesellschaftsrecht, sitzt seit fünf Jahren im Stadtwerke-Aufsichtsrat, blickt da nicht mehr durch.

Bei den Stadtwerken räumte man ein, dass die Sache kompliziert sei. “Es wurde ein Modell gewählt, das die Rechte der Anteilseigner sichert und gleichzeitig die Bedenken des Kartellamtes berücksichtigt”, sagte SWB-Sprecher Werner Schui. Das Ergebnis sei aber so, wie es politisch vorgesehen war – “nur in einer anderen Konstruktion”.

Derartige Konstruktionen erinnern stark an das, was zur Finanzkrise führte. Was werden die Ratsherren tun?


Jun 14 2009

Deutschland ist schön. Und gierig.

von Michael

Es ist was los in unserem Land. Opel bekommt seine verdiente Staatsbürgschaft und freut sich, nicht jetzt in die Insolvenz gehen zu müssen, sondern erst in 2-3 Jahren. Arcandor kriegt nix. Eine Karstadtmitarbeiterin, nennen wir sie einfach mal Frau Meier, obwohl sie eigentlich Busch heisst, stellte als Ursache die kühne These auf, dass bei Opel hauptsächlich Männer beschäftigt seien und bei Karstadt Frauen. Kann man (oder frau) so sehen. Muss man aber nicht.

Wenn man den Worten des sich erst seit 3 Monaten im Amt befindenden Vorstandsvorsitzenden Karl-Gerhard Eick lauscht, so erfährt der Bürger, dass es sein primäres Ziel sei, möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten. Wunderbar. So wünscht man sich eine Führungsposition. Nichts anderes im Sinn, als die geliebten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und das, obwohl der Urgedanke eines wirtschaftlich orientierten Unternehmens keineswegs das Wohl der Angestellten, sondern eher Macht und möglichst hohe Gewinne beinhaltet.

Oder haben Sie sich einmal gedacht: „Jetzt gründe ich eine eigene Firma, weil ich so viel Spass an Mitarbeitern habe.“ Mitarbeiter sind das notwendige Übel aus der Sicht der Wirtschaftsunternehmen, auch wenn sich die Anzahl der Erwerbstätigen im Laufe der letzten Jahrzehnte durch Automatisation und Rationalisierung erfreulich verringert hat.

Firmeninhaber haben nur Eines im Sinn: Geld verdienen. Mit welchen Mitteln ist zweitrangig. Jeder halbwegs gescheite Unternehmer würde noch den letzten Mitarbeiter skrupellos vor die Tür setzen, wenn eine Maschine seine Arbeit kostengünstiger bewältigen würde. Oder warum verlagern immer mehr europäische Firmen ihre Produktion nach China? Wegen des schönen Wetters? Des milden Klimas? Oder vielleicht doch eher aufgrund der Möglichkeit, Menschen gefühllos ausbeuten zu können?

Sowohl unsere eigene Vollkasko-Grabsch-Mentalität, als auch der (natürliche) Unternehmerinstinkt, mehr und mehr Geld verdienen zu wollen, führen zwangsläufig in die scheinbar totgelaufene, kapitalistische Sackgasse. Vielleicht eine Möglichkeit, sich wieder mehr auf altmodische Tugenden, wie Bescheidenheit, Eigenverantwortung und sozialer Gerechtigkeit zu besinnen.