Dez
21
2008
von oldman
Aktionen sind wichtig. Ich habe mich auch schon an diversen beteiligt. In vielen Fällen ist der symbolische Character entscheidend.

by tokamuwi, via pixelio.de
Das haben sich sicher auch die Organisatoren der Aktion «Eine Million Sterne» des Hilfswerks Caritas gedacht. Am 20. Dezember 2008 wurden überall in der Schweiz Plätze mit Kerzen illuminiert, um die Verbundenheit mit Menschen auf der ganzen Welt erlebbar zu machen. Jedes Licht ist ein Bekenntnis für eine Schweiz, die Schwache stützt und in Not Geratenen hilft. Eine tolle Sache, der Gedanke, der dahinter steckt. In der Schweiz haben lt. Caritas ca. 250.000 Menschen daran teilgenommen.
Was mich dann stutzig macht, ist folgendes bei der nzz.ch:
Viele seien direkt vom Samstagseinkauf an die Orte gekommen, wo die Kerzen brannten.
Nach dem Einkauf noch ein Blick auf die besinnlichen Lichter? Ist dieser Satz ein Lapsus des Journalisten?
Oder bleibt das Licht vor Augen und erinnert während des Jahres an die Stützung der Schwachen und in Not geratenen?
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Nov
19
2008
von oldman

Diese leckeren Äpfel wachsen in den Plantagen rund um unseren Ort. Die Ernte ist vorüber, die Bäume zum größten Teil schon entlaubt. Ist halt November.
Aber auf dem Boden, zwischen den Bäumen, liegen viele Äpfel und verfaulen. Niemand kümmert sich darum. Früher hat man aus diesem Fallobst Apfelsaft gepresst oder Apfelmus gekocht. Heute “lohnt” sich das nicht mehr. Da ist es billiger, sich das bei Aldi zu kaufen.
Mit anderem Obst läuft das ähnlich. Sauerkirschen werden zum großen Teil nicht mehr gepflückt, die verfaulen auf den Bäumen. Uns geht es gut.
Diese Dinge haben keinen Wert mehr, nur noch einen Preis?
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Nov
5
2008
von oldman
Unter diesem Titel berichtet die WOZ von einer Ausstellung im Stadthaus Zürich, die das illegale Geschäft mit Frauen thematisiert, welches auch in der Schweiz floriert.
«Frauenhändler verdienen an einer einzelnen Frau in Jahr durchschnittlich 120 000 Euro», ist auf einer Stellwand zu lesen, die den Titel «moderne Sklaverei» trägt.
Der schlechte Schutz ist auch einer der Gründe, weshalb die Bekämpfung des Menschenhandels so schwierig ist: Aus Angst vor ihren Peinigern sind die Frauen selten bereit, eine Anzeige zu machen. Nach einer Statistik des Bundesamts für Polizei gab es 2006 nur fünf Verurteilungen wegen Menschenhandels, 2005 waren es noch zwölf, 2004 hingegen zwei.
Dies wird nicht nur in der Schweiz so sein. Auch in Deutschland ist der Frauenhandel ein einträgliches Geschäft. Experten gehen von bis zu 200.000 zum Sexgeschäft gezwungenen Frauen in Deutschland aus.
Um das einzudämmen, plädieren Menschenrechtsorganisationen dafür, auch Freier rechtlich zu belangen, die Dienste einer Prostituierten in Anspruch nehmen, von der sie annehmen müssen, dass sie dazu gezwungen wird. Die Bundesregierung hat ein Papier vorgelegt, in dem sie fordert, die Freier von Zwangsprostituierten mit Haftstrafen bis zu zehn Jahren zu belangen. Die Schwierigkeit wird sein, nachzuweisen, dass der Freier zumindest ahnte, das Zwang dahinter steckt. Aber ein Anfang ist gemacht und bei dem Ein oder Anderen wird es vielleicht eine Verhaltensänderung bewirken.
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Mrz
27
2008
von oldman
Wie bei den Menschen, so auch bei den Bundesländern – die Ärmeren trifft es bei der Verteilung von Kosten fast immer härter.
Die Milliarden-Kosten des Klimawandels werden Wirtschaftsforschern zufolge besonders die ärmeren Bundesländer belasten. Gemessen an der Wirtschaftskraft würden die ärmeren und wirtschaftsschwächere Bundesländer fünfmal stärker an den schätzungsweise 800 Milliarden Euro in den nächsten 50 Jahre belastet als reichere, erklärte die Umweltexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, in Berlin.
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Mrz
15
2008
von oldman
Wie sagte Frau Merkel vor nicht allzu langer Zeit: Der Aufschwung kommt bei den Menschen an!
Wenn ich jetzt die neuesten Daten zur Lohnentwicklung und Inflation lese, dann relativiert sich der Ausspruch Frau Merkels aber sehr. Oder wen meint sie?
Die Arbeitnehmer büßen gegenwärtig erneut deutlich an Kaufkraft ein, weil die Preise schneller steigen als die Löhne. Netto und preisbereinigt schrumpfen die Einkommen der abhängig Beschäftigten derzeit um mehr als zwei Prozent monatlich. Das ergibt sich aus dem Vergleich der aktuellen Inflations- mit den Verdienstzahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.
Also, die Arbeitnehmer nehmen anscheinend schon mal nicht am Aufschwung teil, oder?
Die Rentner sind es auch nicht, denn diese verzeichnen ebenfalls einen Kaufkraftverlust. Irgendwo muss es doch aber eine Bevölkerungsgruppe geben, auf die der Ausspruch Frau Merkels zutrifft?
Genug der Suche nach diesen Aufschwungteilnehmern.
Was können wir tun, um trotz Teuerung und Reallohnverlust mehr aus dem zu machen, was wir noch auf dem Konto haben?
Im Jahresvergleich stiegen vor allem die Preise für leichtes Heizöl (plus 32,9 Prozent) und für Kraftstoffe (plus 11,8 Prozent) Auch Strom wurde überdurchschnittlich teurer. Die Preise für Nahrungsmittel kletterten zuletzt im Schnitt um 7,8 Prozent und damit so stark wie schon lange nicht mehr. Kräftige Preisanhebungen waren besonders bei Molkereiprodukten und Eiern zu beobachten. Auch für das täglich Brot mussten die Verbraucher gut acht Prozent mehr ausgeben als vor einem Jahr.
Wesentlich kostspieliger ist die Bildung (plus 34,9 Prozent) geworden. Grund dafür ist die Einführung der Studiengebühren in einigen Bundesländern. Verbraucherfreundlich blieb dagegen die Preisentwicklung für Telefon, Telefax und PC mit minus 19 Prozent.
Mein Vorschlag: Nicht heizen, nicht essen, nicht bilden, sondern telefonieren, faxen und computern (ergo: bloggen spart Geld!)
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Sep
22
2007
von oldman
Die Stiftung für Zukunftsfragen hat 2000 Personen ab 14 Jahre nach ihren Idealen zum Lebensalter befragt. Sie titelt: “Ende des Jugendwahns”.
Hier einige Zitate:
Erstmals in der Geschichte zeichnet sich eine Verschiebung des idealen Lebensalters ab. Das mittlere Lebensalter vom 25. bis zum 49. Lebensjahr löst die Jugendzeit zusehends ab. Jeder vierte Bundesbürger (26%) denkt bei der „schönsten Lebensphase“ an das Erwachsenenalter.
Nun könnte ich als oldman ja sagen: Ist doch klar! Aber so einfach mache ich es mir nicht. Interessant sind die Ergebnisse in vielerlei Hinsicht. Da die Befragten ab 14 Jahre alt waren, schlägt sich hier nicht nur die Meinung der Alten nieder.
Die beständigste und nachhaltigste Alterssicherung ist zweifellos die Lebensqualitätssicherung. Zu einem glücklichen Leben gehören in erster Linie die eigene Gesundheit (98%), Freundschaften (91%), Familie/Kinder (87%) – nachgeordnet folgen Freizeit (79%), Kultur und Bildung (72%). Dies sind die Antworten der Bevölkerung auf die Frage, was im Leben wirklich wichtig ist.
Diese zusammengefasste Aussage ist bemerkenswert, denn damit wird ja dokumentiert, daß es mit dem immer wieder zitierten “Werteverfall” garnicht so schlimm ist – oder offenbart sich hier eine Diskrepanz zwischen Öffentlichkeit und privatem Leben?
An die gesetzliche Rente glaubt mittlerweile nur noch eine Minderheit der Deutschen. Aktuell vertrauen lediglich 13 Prozent der Deutschen darauf, dass die Rente in Zukunft sicher ist.
Norbert Blüm hat das einmal anders gesehen, aber geglaubt hat ihm schon damals kaum jemand.
Eine lesenswerte Studie; soll im Oktober auch als Buch erscheinen.
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