Okt
3
2009
von oldman
Es muss sich um ein ernstes Problem handeln – die EU startet jetzt eine Kampagne gegen Übergewicht bei Kindern.

Die Kampagne für gesunde Ernährung, die vollständig aus dem EU-Agrarhaushalt finanziert wird, findet parallel zum EU-Schulobstprogramm und zur EU-Schulmilchregelung statt, ebenfalls Initiativen für eine ausgwogenere Ernährung und gesündere Essgewohnheiten bei Kindern. Hoffen wir, das dies auch bis in die Familien wirkt und so auch das Übergewicht bei den Eltern verringert wird. Übrigens – wie sieht es diesbezüglich bei den EU-Politikern aus (ich erinnere mich an Martin Bangemann
).
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Feb
1
2009
von oldman
Gerade sind mir ein paar Notizen in die Hände gefallen. Sind aus 2007, als ich ein paar Wochen in einer Reha-Klinik verbrachte (wg. kardiologischer Probleme). Da ging es auch um die Änderung von Essensgewohnheiten.
Diese sind ja ganz stark geprägt von Herkunft und Erziehung. Sie mögen noch so absonderlich sein – zu ändern sind sie sehr schwer oder garnicht. Sie werden auch nie oder selten in Frage gestellt, höchstens von Dritten, wozu natürlich die Ärzte gehören.
Sollen die Essensgewohnheiten geändert werden – wie z.B. in der Reha, aus gesundheitlichen Gründen – hörte ich immer wieder: “Die wollen mir nun auch noch das Essen wegnehmen!” “Die”, das waren die Ärzte. Die Änderung der Essensgewohnheiten wird im Grunde einem medizinischen Eingriff, fast einer Amputation, gleichgestellt. Wenn schon ernstlich krank, dann wollen die Menschen wenigstens noch “die gute Butter” auf dem Brot haben (“die können mir doch nicht alles wegnehmen”), auch wenn kritische Blutfettwerte vorhanden sind.
Es gibt Sachverhalte, da versagen Erkenntnis und Verständnis. Selbst die, die während der Reha streng die Essensvorgaben akzeptiert hatten (und nicht Abends in der nahegelegenen Gaststätte munter alles nachholten), sind nachher wieder rückfällig geworden, wie ich so mitbekommen habe.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – wider besseres Wissen.
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Dez
6
2008
von oldman
Wir Blogger hassen Spam, den Netzmüll, der das Internet überflutet. Fast 3.000 mal hat Akismet hier schon zugeschlagen. Momentan ist es ruhig – toi, toi, toi!

Spam, by Wikipedia
Aber nun wird Spam auf einal wieder beliebter, zwangsweise und nicht in der Form, die ich o.a. habe, sondern in der “Ur-Form”. Das ungeliebte Dosenfleisch der US-Amerikaner kommt angesichts knapper Kassen wieder vermehrt auf den Tisch us-amerikanischer Haushalte.
Für den Spam-Produzenten Hormel Foods sind – im wahrsten Sinne – rosige Zeiten angebrochen. Das Unternehmen mit Sitz in Austin (Minnesota) fährt Sonderschichten, um den Bedarf an der rosaroten Mischung aus Schinken und anderem Schweinefleisch, Zucker, Wasser, Kartoffelstärke und einer geheimnisvollen Würzmischung zu decken. Nicht zu vergessen das Nitritpökelsalz, dem Spam seine Farbe verdankt.
Also dann – ‘ran Jungs, produziert “real Spam”. Das ist zur Zeit lohnender, als unsereins mit idiotischen E-mails zu belästigen.
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Dez
2
2008
von oldman
Vor 20 (?) Jahren gab es den noch gar nicht, den Bio-Bauern mit seinem Hofverkauf. Heute kaufe ich fast ausschliesslich dort ein. Das Sortiment entspricht dem eines Supermarktes. Natürlich ist nicht alles selbst erzeugt, trotzdem “Bio” und ich kann dort den gesamten Bedarf an Lebensmitteln und Randsortiment decken. Sogar Fleischwaren, die richtig gut schmecken.
Im Eingangsbereich steht eine Säule mit diversen Prospekten bzw. Flyern, wie es so schön heißt. Da findet sich die kunterbunte Gegenwartswelt:
Eine Tierverhaltenstherapeutin offeriert “Antworten auf Katzenfragen”
Jemand will mich auf eine Sinnesreise rund ums Kochen einladen
Eine Malerwerkstatt für anspruchsvolles Raumdesign schafft “Lebensräume”
Eine Ernährungsberaterin berät über “Ernährung nach den Fünf Elementen”
Eine Einladung zu einem Info-Treffen über “Effektive Mikroorganismen”
Ich soll neue Wege finden mit der “Lösungsorientierten systemischen Beratung”
Es gibt einen “International Avatar Course”, der mein Leben verändern wird
Und eine Gesellschaft will mir eine Beteiligung an “Green Capital” verkaufen
Was soll ich nun tun? Katzen habe ich nicht, so dass die “Katzenfragen” entfallen. Ich wüsste auch nicht, was ich eine Katze fragen sollte bzw. was eine Katze mich fragt.
Die anderen Angebote verstehe ich größtenteils nicht. Ich glaube, die Sinnesreise rund ums Kochen, das wäre was!
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Okt
3
2008
von oldman
Ab und an lese ich die ‘Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‘. Und dort findet sich in unregelmäßigen Abständen etwas von Winand von Petersdorff. Sein Steckenpferd reitet er gegen ökologische Landwirtschaft .
So auch in der Ausgabe Nr. 39 vom 28. September 2008, Seite 44 (online haben nur Abonnenten Zugriff auf den Text). Er interviewt Michael Mack, Chef des Pflanzenschutzkonzerns Syngenta. In diesem Interview wird das hohe Lied der chemischen Pflanzenschutzmittel gesungen und der Interviewer fungiert als bestellter Stichwortgeber.
Frage an Michael Mack: Sie gehen nicht in den Bio-Supermarkt?
Antwort: Ich kaufe keine Öko-Lebensmittel. Ich würde mich damit nicht sicher fühlen. Die Mittel, die in der konventionellen Landwirtschaft angewandt werden, sind in Hunderten Untersuchungen und aufwendigen Zulassungsverfahren als sicher bewertet worden. Das gibt mir Vertrauen in die Lebensmittel, die dort wachsen. Was auf den Feldern des ökologischen Landbaus ausgebracht wird und welche Tests diese Mittel durchlaufen haben, weiß ich nicht. Und man sollte sich vor der Idee hüten, das etwas gesund ist, nur weil es natürlich ist.
Contergan hatte seinerzeit auch Zulassungsverfahren durchlaufen.
Das, ‘was auf den Feldern des ökologischen Landbaus ausgebracht wird’, kennt Herr Mack anscheinend nicht. Ich weiß nicht, was im konventionellen Landbau verwendet wird. Im ökologischen Landbau Verwendetes unterliegt mindestens gleichwertigen Kontrollen.
Natürlich ist nicht alles gesund, weil es natürlichen Ursprungs ist. Ein Schlangenbiss kann tödlich sein und es gibt viele natürliche Gifte.
Eine dümmliche Argumentation von Herrn Mack; schlimm, das der Interviewer nicht einhakt. Aber das will er ja auch gar nicht, da diese Argumentation in sein Bild von ökologischer Landwirtschaft passt.
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Aug
25
2008
von oldman
Jamie Oliver muss es wissen, er ist Brite und kann Kochen. Jetzt gibt er es seinen Landsleuten und es kommt knüppeldick:
Die Briten seien statt an gutem Essen nur am Saufen und Fernsehen interessiert, sagte der 33-Jährige der französischen Zeitschrift «Paris Match». «Die Leute haben riesige Fernsehanlagen – grösser als meine -sie haben topangesagte Handys, Autos, und sie betrinken sich am Wochenende in Pubs», sagte er.
«Ich halte die Kochgewohnheiten der Einwohner eines Slums in Soweto in Südafrika für wesentlich abwechslungsreicher als unsere.»
Ich kenne nicht die britischen Fernsehanlagen, aber das mit dem Saufen kann ich bestätigen. Ich kenne auch nicht die Kochgewohnheiten in Soweto, aber das britische Essen.
Ob Jamie Oliver die, die er meint, mit seinen Äußerungen erreicht? Ich glaube, die interessieren sich nicht dafür, solange topangesagte Handys und Autos da sind und am Wochenende der Pub auf hat.
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Aug
3
2008
von oldman

Sehen sie nicht frisch und appetitlich aus? Die Jahreszeit bietet frisches Obst in Fülle und an manchen Tagen leben wir fast ausschließlich davon. Um unseren Ort herum sind Obstplantagen aller Art und auf so mancher Radtour oder einem Spaziergang ‘probiere’ ich schon mal, ob es reif ist. Auf den Obstbauernhöfen kann man das frisch gepflückte Obst kaufen, zum Verzehr oder um Marmelade zu kochen.
Gepflückt wird das Obst fast ausschließlich von polnischen Erntehelfern, die schon jahrelang hierher kommen. Es beginnt mit der Spargelernte und endet im Herbst mit den letzten Äpfeln und Birnen.
In diesem Jahr scheint dies aber problematisch zu sein. Die Obstbauern schlagen Alarm, da die polnischen Erntehelfer nicht mehr so scharf auf diesen Job sind. Sie gehen lieber in andere EU-Länder (weil dort die Beschäftigungsdauer nicht auf 4 Monate beschränkt ist) oder bleiben in Polen, da dort die Löhne inzwischen angezogen haben und sich deswegen eine Beschäftigung in Deutschland nicht mehr lohnt. Die hiesigen Bauern denken über eine Einschränkung der Anbaufläche nach; die Obstpreise werden anziehen.
Allerdings kommen inzwischen 35 Prozent der Erntehelfer aus Rumänien und die Bauern fordern, in Moldawien, Weissrussland und der Ukraine Erntehelfer anzuwerben. Wenn man die Produktion nicht verlagern kann, wird der Billiglohnempfänger zur Produktion gebracht. Andernfalls hätten wir kein Obst mehr? Oder pflückt der Deutsche dann wieder selbst?
Die schönen Kirschen auf dem Bild bringen mich noch auf etwas anderes. Viele Sauerkirschen werden hier garnicht mehr gepflückt. Sie bleiben auf den Bäumen, verfaulen oder werden von den Vögeln gefressen. Das Pflücken lohnt sich anscheinend nicht. Zum Eigenverbrauch darf ich sie aber auch nicht pflücken, wäre ja Diebstahl. Im Herbst wiederholt sich das mit Pflaumen.
Scheinbar sind die Lebensmittelpreise noch nicht hoch genug. So schlecht geht es uns anscheinend doch noch nicht.
Quelle: General-Anzeiger Bonn (Samstag/Sonntag 2./3. August 2008, S. 6 – habe ich online leider nicht gefunden)
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Jul
8
2008
von oldman
Eine Meldung, die ersten Worte positiv, aber dann stutze ich.
Die Europäische Kommission will künftig kostenlos Obst und Gemüse an Schulen der 27 EU-Länder verteilen lassen.
Mit dem Programm, dem die EU-Landwirtschaftsminister noch zustimmen müssen, möchte die Kommission die Essgewohnheiten Jugendlicher, besonders zwischen sechs und zehn Jahren, verbessern. Zudem soll die Verbrauchssteigerung um jährlich 800.000 Tonnen den Obst- und Gemüseerzeugern neue Absatzmöglichkeiten erschließen.
Um was geht es jetzt? Um gesunde Ernährung, oder um Absatzmassnahmen?
Das liest sich wie die Art Entwicklungshilfe, die die Länder der sog. Ersten Welt leisten: Wir geben der sog. Dritten Welt Geld, damit die die Sachen kaufen können, die wir produzieren.
Nach der Schule essen die Kinder dann weiter die ungesunden Dickmacher. 22 Millionen Kinder in der EU gelten als übergewichtig, davon rund fünf Millionen als fettleibig – mit jährlicher Steigerungsrate von 400.000.
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