Jan 30 2010

Insalata Mista N° 21

von oldman

Jürgen Fenn macht sich Gedanken zur Privatisierung des virtuellen Raums. Mailinglisten, Usenet in Webforen und soziale Netzwerke verschließen sich dem freien Zugang und lassen keinen offenen Diskurs zu.

Bei den Zeitschriften Frankfurter Rundschau (FR) Berliner Zeitung, Kölner Stadtanzeiger und Mitteldeutscher Zeitung (Halle/Saale) gibt es einen großen Schnitt. Gibt es bald nur noch eine anstatt vier?

Im politisch rechten Spektrum gibt es eine neue Zeitschrift. Ein Monatsmagazin mit dem namen »Zuerst« will » die “ganzen Alt-68er, die am Drücker sitzen, ordentlich in die Zange” nehmen«. Dafür findet sich eine zahlende Leserschaft? Oder wird diese Zeitschrift großzügig gesponsert?

Ein launiger Artikel zur OpenCola findet sich bei keimform.de. Open bedeutet hier nicht, das die Dose oder Flasche offen ist, sondern dass das Rezept frei verfügbar ist.


Jan 23 2010

Web-Leseempfehlung

von oldman

Ab und an nutze ich TeX ⁄ LaTeX, auf eher niedrigem »Wissensniveau«. Und das bedeutet dann ab und an, das ich suchen muss – nach Lösungen, die ich in meiner Hausbibliothek nicht finde. Und wenn man im Web nach Tipps zu TeX ⁄ LaTeX sucht, stösst man mehr oder weniger schnell auch auf die Website von Jürgen Fenn. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt ist er anerkannter TeX- ⁄ LaTeX-Experte. Also – wer etwas zu TeX ⁄ LaTeX sucht, sollte dort mal nachsehen.

In seinem Blog schneeschmelze veröffentlicht Jürgen Fenn darüber hinaus seine »vermischten Schriften«. Dort findet sich ein Artikel zur Zeitschrift »Das Blättchen«.

In der Nachfolge der legendären »Weltbühne«, widmet sich die Zeitschrift Themen aus Politik, Kunst und Wirtschaft. Die Artikel stehen komplett online zur Verfügung; eine gedruckte Version gibt es nicht mehr. Es steht ein Archiv zur Verfügung, das nach und nach auch mit den älteren Ausgaben gefüllt wird.

Zum Appetit machen – hier das Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 1 ⁄ 2010:

Martin Nicklaus . . . . . Vom Nichts zum Nichts
Christoph Butterwegge . . . . . Fünf Jahre Hartz IV
Erhard Crome . . . . . Hundert Tage Westerwelle
H.W. Konrad . . . . . Horrorskop 2010
Wolfgang Schwarz . . . . . Freie Fahrt für Rüstungsexporte
Sibylle Sechtem . . . . . Beton
André Brie . . . . . Der Bürger als Aktionär
Eduard Fuchs . . . . . Franz Mehring — gestorben am Tode seiner Freunde
Axel Fair-Schulz, Potsdam/N.Y. (USA) . . . . . Golo Mann
Silke Peters . . . . . DORA
Dmitrij Kaljushnyj, Moskau . . . . . Nötigung
Uri Avnery, Tel Aviv . . . . . Des Kitsches Gipfel
Ines Fritz . . . . . Die Frauenquote
Renate Hoffmann . . . . . In Ulm
Antworten | Bemerkungen
Extra: Das Nachlaßverzeichnis Kurt Tucholskys. Herausgegeben von Sven Ekdahl. Mit einem Kommentar von Hans-Christian Weber.


Dez 24 2009

Das große Gold

von oldman

Heute morgen noch einmal durch den Buchladen geschlendert, auf der Suche nach Lesestoff mit »Entrührseligungsfaktor«. Und welch ein Glück – ich bin auf einen neuen Richard Stark gestossen – »Das große Gold«.

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Parker zu Weihnachten – das garantiert die Verhinderung einer Überzuckerung des Seelenzustandes. Was Besseres hätte mir nicht in die Hände fallen können. Als Geschenktipp zu spät, aber für die Einlösung diverser Gutscheine genau das Richtige.
Wer mehr braucht -siehe hier:
Das Geld war schmutzig – ein neuer Richard Stark
Fragen Sie den Papagei


Aug 24 2009

Lesetipp zur Wahl: Angriff auf die Freiheit

von oldman

Es ist polemisch geschrieben, gewollt polemisch, wie Juli Zeh in einem Interview sagte. Aber das steigert das Lesevergnügen.

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Angriff auf die Freiheit – von dem AutorInnen-Paar Juli Zeh & Ilija Trojanow.
Dieses Buch dreht sich um Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und den Abbau bürgerlicher Rechte. Und Zeh & Trojanow haben es so geschrieben, dass es sich spannend und flüssig liest und trotzdem die Sache auf den Punkt bringt.

Wer die Fakten im Einzelnen dazu nachlesen will, findet einen Anhang mit vielen Quellenangaben. 14,90 EUR, die gut angelegt sind – die passende Lektüre zur Wahl – bitte vor der Wahl lesen und in die Wahlüberlegung einfliessen lassen!


Jul 19 2009

Fremder in einer fremden Welt

von oldman

Aprilwetter mitten im Juli (gerade sch¨ttet es wieder) – sozusagen Lesewetter. Da kommt die Neuausgabe (Juli 2009) des Klassikers von Robert A. Heinlein»Fremder in einer fremden Welt« – gerade richtig.

Fremder in einer fremden Welt

John Scalzi schreibt im Vorwort dieser Neuausgabe:
»Sie halten ein hochinteressantes Objekt in Ihren Händen. ….. Wahrscheinlich ist Ihnen auch bekannt, das Sie damit den vielleicht berühmtesten – manche würden sogar sagen, den vielleicht bedeutendsten – Science-Fiction-Roman der letzten fünfzig Jahre vor sich haben.«

Es ist allerdings nicht die Fassung aus den 60iger Jahren, sondern die Fassung, die Heinlein von Anfang an erzählen wollte. Es sind ca. 70.000 Wörter mehr, als in der Fassung der 60iger Jahre. Also schon deshalb lohnt sich eine erneute Lektüre – 652 Seiten, die nie langweilig werden und von denen Vieles zurück bleibt in den grauen Zellen. Für mich erstaunlich, das man dem Text die 40 Jahre nicht anmerkt. Das liegt aber auch daran, das die beschriebene Beschaffenheit unserer (und speziell der us-amerikanischen) Gesellschaft sich kaum verändert hat.


Jun 6 2009

Abenteuerurlaub im Sessel

von oldman

Der Regen pladdert gegen das Fenster, das Thermometer zeigt stramme 8° C (zum Glück noch +8°!). Soll das der Frühling sein?? Noch weigere ich mich standhaft, die Heizung anzustellen.
Ich habe mir diverse Outdoorkataloge gegriffen und lasse meine Gedanken reisen. Dabei wird mir warm, wenn auch nur langsam. Ich bin kein Hitzefreund, bin auch auch ohne Temperaturen jenseits der Grenze von +30°C glücklich, aber im Juni tagsüber unter +10°C – so etwas muß auch nicht sein!


Feb 3 2009

Zum Bonner Bücherschrank

von oldman

In Bonn haben wir eine Vitirine auf der Poppelsdorfer Allee, in der man B¨cher einstellen kann – zur gefälligen Bedienung. Ich hatte dazu schon vor einiger Zeit etwas geschrieben. Auch in Beuel und Duisdorf gibt es mittlerweile ähnliche Schränke.

Bonner Buch-Vitrine

Der Konsumökonom Professor Michael-Burkhard Piorkowsky von der Landwirtschaftlichen Fakultät der Uni Bonn hat sich mit seinen Studenten mal dem Objekt Bächerschrank gewidmet. Herausgekommen ist dabei Bemerkenswertes über den Schrank und seine Nutzer. “Books outdoor” stelle in Bonn eine bemerkenswerte Alternative zum klassischen Buchhandel dar.

Es handle sich auch nicht um eine Tauschbörse im klassischen Sinne, “denn die Leute bringen ja zum Teil auch Bücher mit, ohne etwas dafür im Tausch zu erhalten.” Man könne schon eher von einer Transferökonomie sprechen, einer freiwilligen Übertragung. Das Solidaritätsprinzip spiele dabei eine wichtige Rolle. “Wenn alle bloß Bücher mitnehmen würden, ohne neue hineinzustellen, würde das System nicht funktionieren.”

Das Projekt hat interessante Erkenntnisse, über den eigentlichen Studiengegenstand hinaus, gebracht.
>>>>Hier geht es zu dem kompletten Artikel.


Jan 31 2009

Handybücher – wieder etwas Neues

von oldman

Die technische Entwicklung provoziert Neues in anderen Gesellschaftsbereichen. Sicher keine neue Erkenntnis. Erstaunlich ist aber immer wieder, was sich dann so entwickelt. Ich stoße auf einen Augenstolperstein beim Lesen einer Nachricht: Handybücher – what’s that??

Handybücher sind keine Bücher über Handys, sondern Bücher, die man auf Handys liest.

Handybücher kann man nur auf Java-fähigen Geräten lesen. Bestellt werden sie einfach per SMS, sie kosten zwischen drei und fünf Euro. Der Umfang reicht von ein paar wenigen bis hin zu mehreren hundert Seiten. “Lucy Luder und der Mord im StudiVZ” wäre beispielsweise als gedrucktes Buch etwa 80 Seiten dick, auf dem Handy sind es je nach Schriftgröße zwischen 400 und 500 Seiten.

Diese Handybücher werden extra für Handys geschrieben – kurz und knackig. Ob der Text sich auf dem SMS-Abkürzungsniveau bewegt, habe ich nicht heraus gefunden. Ist sicher mühsam, 400 bis 500 Handyseiten zu blättern. Da ist ein E-Book-Reader sicher praktikabler – oder was meinen die Power-Handy-User?