Okt 25 2009

Frauen werden molliger und fruchtbarer

von oldman

Heidi Klum und Kate Moss sind nur eine Seitenlinie der Evolution – die Hauptlinie hat mit den Frauen etwas anderes vor.

Die Frau der Zukunft ist kleiner und molliger, dafür ist sie gesünder und fruchtbarer. Das hat eine Studie von Evolutionsbiologen um Stephen Stearns von der Yale University ergeben (»Proceedings of the National Academy of Sciences«, online).

Via NZZonline


Sep 22 2009

Die Stimmen der Zeit

von oldman

Aus der Reihe »Meisterwerke der Science Fiction«J.G. Ballards Erzählungsband »Stimmen der Zeit«. Im Urlaub gekauft und zügig gelesen!

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Faszinierende Erzählungen aus den 50iger und 60iger Jahren, ohne einen Hauch von Patina angesetzt zu haben, teilweise das vorausgeschaut, was wir heute leben. P.K. Dick, Stanislaw Lem, Franz Kafka – Anklänge an diese Schriftsteller finden sich hier wieder. Einige Erzählungen bleiben kryptisch, gehen lange im Kopf herum; andere eröffnen plötzlich neue Sichten auf Bekanntes.
Absolut lesenswert, sofern man Science Fiction mag.


Jul 19 2009

Fremder in einer fremden Welt

von oldman

Aprilwetter mitten im Juli (gerade sch¨ttet es wieder) – sozusagen Lesewetter. Da kommt die Neuausgabe (Juli 2009) des Klassikers von Robert A. Heinlein»Fremder in einer fremden Welt« – gerade richtig.

Fremder in einer fremden Welt

John Scalzi schreibt im Vorwort dieser Neuausgabe:
»Sie halten ein hochinteressantes Objekt in Ihren Händen. ….. Wahrscheinlich ist Ihnen auch bekannt, das Sie damit den vielleicht berühmtesten – manche würden sogar sagen, den vielleicht bedeutendsten – Science-Fiction-Roman der letzten fünfzig Jahre vor sich haben.«

Es ist allerdings nicht die Fassung aus den 60iger Jahren, sondern die Fassung, die Heinlein von Anfang an erzählen wollte. Es sind ca. 70.000 Wörter mehr, als in der Fassung der 60iger Jahre. Also schon deshalb lohnt sich eine erneute Lektüre – 652 Seiten, die nie langweilig werden und von denen Vieles zurück bleibt in den grauen Zellen. Für mich erstaunlich, das man dem Text die 40 Jahre nicht anmerkt. Das liegt aber auch daran, das die beschriebene Beschaffenheit unserer (und speziell der us-amerikanischen) Gesellschaft sich kaum verändert hat.


Jul 12 2009

Replay – Mehrere Leben, mehrere Chancen?

von oldman

»Replay – Das zweite Spiel«, von Ken Grimwood, ist in der Reihe Meisterwerke der Science-Fiction erschienen (lohnende Reihe!). Hat aber nur im weitesten Sinne mit Science Fiction zu tun.

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Wie wäre es, wenn Du noch einmal leben könntest? Und noch einmal? Und immer wieder … Ein Traum? Oder ein Alptraum? Dies passiert Jeff Winston, hat aber absolut nichts mit Und täglich grüßt das Murmeltier zu tun. In diesem Buch geht es um mehr, um weit mehr und es ist mindestens zweimal zu lesen – das erste Mal wegen der Spannung und das zweite Mal wegen des Gehalts. Mir geht es nicht aus dem Sinn.
Zum Inhalt und den Gedanken dazu hier nichts weiter. Es würde nur den Lesespass beeinträchtigen. (Bitte auch vor dem ersten Mal nicht das Vorwort lesen.)


Mai 25 2009

Was ist ein Handtuchtag?

von oldman

Was es nicht alles gibt – gelesen bei futur 2 – heute ist Handtuchtag und da ich Adams Bücher mit großem Vergnügen gelesen habe, sei daran erinnert:

Der Towel Day (dt. Handtuch-Tag) ist ein Gedenktag für den britischen Autor Douglas Adams. Der Towel Day findet alljährlich am 25. Mai statt.
An diesem Tag tragen seine Fans den Tag über ein Handtuch mit sich herum. Dies ist eine Reminiszenz an das Buch Per Anhalter durch die Galaxis, in dem Handtücher vom Autor als ungemein praktische Dinge beschrieben werden, die so ziemlich das Nützlichste seien, was man auf Reisen durch das Universum mit sich führen kann.

Heute nehme ich aber nur ein ganz leichtes Handtuch mit – es soll warm werden!

Zur >>> Towel Day Homepage


Dez 6 2008

Sind Blogger besser für die Zukunft gewappnet?

von oldman

Der deutsche Microsoft-Geschäftsführer Achim Berg spricht sich für den Einzug von Kollaborationstechniken in Unternehmen aus. Firmen, die mit Wikis und Blogs aufgewachsene “Digital Natives” einstellen, müssten die Büroarbeit den Arbeitsformen dieser Generation anpassen.
Diese Menschen müßten dann keine Büros mehr haben, stünden nicht mehr unter Kontrolle durch Vorgesetzte.

Abrechnungstechnisch sieht Achim Berg keine Probleme mit dem Arbeitsstil 2.0: “Vor allem die beständige Vergewisserung, dass Leistungen nicht an bloßen Arbeits- und Präsenzzeiten, sondern primär an vereinbarten Zielen und tatsächlichen Ergebnissen gemessen werden, führt zur Herausbildung eines inneren Kompasses und eines inneren Zeitmessers, welche die autonome Gestaltung und kompatible Gewichtung von Arbeits-, Familien- und Freizeitaktivitäten überhaupt erst ermöglichen.”

Ein Vorgesetzter ist dann nicht mehr erforderlich, da dieser sich quasi “verinnerlicht” hat. Der Mitarbeiter kontrolliert sich selbst – besser als jeder Vorgesetzte?
Meine Erfahrung geht momentan dahin, das in vielen Firmen der Trend wieder “zurück ins Büro” lautet. Der Home-Arbeitsplatz ist eher die Ausnahme.


Nov 11 2008

Kalter Orangensaft und wiederaufbereiteter Urin

von oldman
by pixelio.de

by pixelio.de

Der Weltraum, unendliche Weiten… – so beginnen Geschichten über Abenteuer, die uns faszinieren. Mich zumindest, da ich ein Faibel für science fiction-Literatur habe.
Die Überschrift dieses Artikels beseitigt aber die Romantik und das Abenteuer auf einen Schlag. Es geht um die Zustände in der Internationale Raumstation (ISS). Diese soll generalüberholt werden.
Ein neues Wasseraufbereitungssystem, einen Kühlschrank, neue Schlafplätze und sogar ein Fitnessgerät soll die Raumstation bekommen.

Der Kühlschrank führt endlich zu gekühltem Orangensaft (im All soll es doch Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt geben – warum dann noch ein Kühlschrank?), was sicher schön ist, aber nicht “kriegsentscheidend”, wie man so sagt.

Das Wasseraufbereitungssystem ist da schon interessanter, denn es soll ein komplett geschlossener Wasserkreislauf sein, der sogar Kondenswasser und Urin wieder zu Trinkwasser verarbeitet! Urin? Ein sehr gewöhnungsbedürftiger Gedanke! Vor allem, wenn man nicht weiß, ob es der eigene ist, den man …?
In dem Roman “Dune” gibt es ja auch so etwas, aber der Roman spielt ganz weit in der Zukunft und ganz weit weg!
Naja, ich beschäftige mich schon mal gedanklich damit. Hole mir aber erst mal ein Kölsch aus dem Keller! ;-)


Sep 29 2008

Deutscher Buchpreis – die Chroniken von D. Dath und U.Tellkamp

von oldman

Der Deutsche Buchpreis ist eine Auszeichnung, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergibt. Sie wird jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse dem besten Roman in deutscher Sprache verliehen.
Aus einer Longlist mit Vorschlägen für den Preis, entwickelt sich eine Shortlist. Zwei der Vorschläge (von sechs) auf der Shortlist sind in diesem Jahr

> Dietmar Dath, Die Abschaffung der Arten
und
> Uwe Tellkamp, Der Turm

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Dietmar Dath, Die Abschaffung der Arten

Die Abschaffung der Arten

Zum Inhalt (Verlagstext): Das Zeitalter, das wir kennen, ist längst eingeschlafen. Wo einmal Europa war, gibt es nur noch drei labyrinthische Städte, die eher gewachsen sind, als daß sie erbaut wurden. Die Welt gehört den Tieren. Fische streiten über Sodomie, Theologinnen mit Habichtsköpfen suchen in Archiven nach Zeugnissen der Menschheit, und Cyrus Golden, der Löwe, lenkt den Staat der drei Städte. Als ein übermächtiger Gegner die neue Gesellschaft bedroht, schickt er den Wolf Dimitri als Diplomaten aus, im einstigen Nordamerika einen Verbündeten zu suchen. Die Nachtfahrt über den Ozean und in die tiefen Stollen der Naturgeschichte lehrt den Wolf Riskantes über Krieg, Kunst und Politik und führt ihn bis an den Rand seiner Welt, wo er erkennt, »warum den Menschen passiert ist, was ihnen passiert ist«.

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Uwe Tellkamp, Der Turm

Der Turm

Zum Inhalt (Verlagstext): Hausmusik, Lektüre, intellektueller Austausch: Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Resigniert, aber humorvoll kommentiert man den Niedergang eines Gesellschaftssystems, in dem Bildungsbürger eigentlich nicht vorgesehen sind. Anne und Richard Hoffmann, sie Krankenschwester, er Chirurg, stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man den Zumutungen des Systems in der Nische, der »süßen Krankheit Gestern« der Dresdner Nostalgie entfliehen wie Richards Cousin Niklas Tietze – oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, der Medizin studieren will, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Weg scheint als Strafgefangener am Ofen eines Chemiewerks zu enden. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Als Kind der »roten Aristokratie« im Moskauer Exil hat er Zugang zum seltsamen Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird.

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Beide Romane sind Chroniken, Chroniken einer untergegangenen Zeit. Tellkamps Roman beschreibt eine untergegangene Epoche, Zeitzeugen leben aber noch. Daths Roman zeichnet eine Epoche auf, die noch vor uns liegt, aber im Roman schon untergegangen ist.

Daths Roman habe ich schon gelesen. Keine einfache Kost, was die Sprache und den Stil betrifft. Nach dem ‘Einlesen’ war ich aber so fasziniert, dass ich das Buch in zwei Tagen durchgelesen habe. Zwei Tage, an denen ich nicht arbeiten musste. Die Kritik von Burkhard Müller in der Süddeutschen teile ich nicht. Das Buch ist nicht einfach zu lesen, aber lesenswert. Stil und Sprache werden dem Thema gerecht. Und vielleicht ist es die zutreffende Chronik, die vor der beschriebenen Epoche fertig war.
Eine weitere Kritik: Literatur als Denkmuskeltraining Schluss mit der Wirklichkeit!

In Tellkamps Buch habe ich bisher nur geblättert. Auch kein einfacher Stoff, wie man so sagt und die knapp 1000 Seiten wollen auch bewältigt sein. Aber was ich angelesen habe, verspricht Einiges. Es würde mich nicht wundern, wenn dieses Buch den Preis gewinnen würde. Nicht, weil es angeblich der lang erwartete ‘Wenderoman’ ist, sondern wegen der literarischen Qualitäten.
Eine Kritik: Die Zeit ist des Teufels

Ich bin erstaunt, welche Bandbreite die Shortlist des Buchpreises hat. Das Buch von Dietmar Dath hätte ich nicht auf der Liste erwartet, ein mutiger Vorschlag. Tellkamps Buch gehört dort hin.
Lesenswert sind beide.