Feb 24 2010

Sie halten uns für blöd?

von oldman

Ich hatte heute bei meinem Autohaus etwas zu erledigen, musste etwas warten und habe die Zeit genutzt, fern zu sehen. Es lief N24, ein Bericht über die Arbeit von Beamten der Wasserschutzpolizei. Die mussten auch grosse Seeschiffe kontrollieren und sprachen mit der Mannschaft englisch. N24 hat die deutsche Übersetzung akribisch als Untertitelung angezeigt – so weit, so gut.
Als der eine Beamte dem Kapitän mit »OK« antwortete und dann im Untertitel auch dieses »OK« mit »OK« eingeblendet wurde, zuckte ich zusammen.


Sep 19 2008

Werbung ist das Beste

von oldman

Ansonsten ohne Fernsehgerät, nutze ich den Urlaub immer, um diese Entscheidung (ohne Fernsehgerät zu leben) zu überprüfen. Ob Hotelzimmer oder Ferienwohnung – ein Fernsehgerät ist ja Standard.
Aber auch die letzte Überprüfung während des Urlaubs in Dresden hat mich nicht dazu bewegt, meine Einstellung zu ändern. Das Beste an dem Fernsehangebot ist (abgesehen von wenigen Ausnahmen) mittlerweile – etwas überspitzt formuliert – die eingeblendete Werbung.
Wenn ich bedenke, dass der Durchschnittsfernsehkonsum der Deutschen im mehrstündigen Bereich liegt, wundert mich das. Ich würde das bei dem Programmangebot nicht durchstehen. Wie kommt diese Konsumdauer zustande?


Mrz 19 2008

Claus Peymann stirbt nicht an Herzdrücken

von oldman

Claus Peymann lässt in einem Interview scheinbar so richtig Dampf ab – hier ein paar herzerfrischende Zitate:

Im Fernsehen bekommen selbst junge Darsteller schon 2000 Euro pro Tag, um diese unsägliche TV-Scheiße zu spielen. Am Theater verdienen Anfänger im Monat 1800 Euro.

Nicht nur die Fernsehanstalten, nein auch das Theater wird abgebügelt:

Wen interessieren die Probleme, die Regiejungstars mit ihrem Pimmel oder ihrer Mutti haben? Das Theater ist vielerorts von einer moralischen Anstalt zu einer Schmuddelbude verkommen. Natürlich habe ich nichts gegen Nackte auf der Bühne, wenn es überzeugt.

Und jetzt die Politiker:

Die Künstler prägen das Gesicht eines Landes. Sonst gäbe es ja nur noch Angela Merkel und Roland Koch in diesem Land.

Offene Worte.

(Hervorhebungen von oldman)


Sep 30 2007

Zattoo – erfolglose lebensverlängernde Maßnahme?

von oldman

Der Internetdienst Zattoo bietet jetzt auch in Deutschland im Internet die klassischen TV-Programme an. Die Nutzung ist kostenlos. So weit, so gut. Ist das die Zukunft des Fernsehens, wird gefragt? Nein, da bin ich mir ziemlich sicher. Es geht hier nicht um die Qualität von Zattoo oder der Leitungswege. Falls es da Probleme gibt – das ist Technik und wird gelöst. Die Zukunft des Fernsehens ist aber keine Frage des technischen Zugangsweges, sondern der Art und Weise der Zugriffsmöglichkeit auf einzelne Sendungen.
Wenn jetzt im Internet die klassischen Programme 1:1 durchgeroutet werden, wird mir weiterhin das von den einzelnen Sendeanstalten festgelegte Programm in der festgelegten zeitlichen Reihenfolge vorgesetzt. Das dies den Sendeanstalten selbst nicht mehr zeitgemäß ist, zeigt doch das Angebot, Sendungen nach der Erstsendung als PodVideocast zur Verfügung zu stellen. Es sollte doch möglich sein, die im Programm angebotenen Sendungen dann zu sehen, wenn es mir gefällt (das geht bei Liveveranstaltungen natürlich erst, nachdem diese stattgefunden haben). Wenn ich den sogenannten Spätfilm schon am Nachmittag sehen will – warum dann nicht? Wer möchte, kann sich das Programm ja weiterhin in der vorgegebenen Reihenfolge antun. Warum soll ich mir im Zeitalter der webbasierten Anwendungen noch Sendungen aufzeichnen, um sie später zu sehen? Die Sendeanstalt hat sie aufgezeichnet und kann sie ins Netz stellen, so daß sie zu jeder Zeit zur Verfügung stehen.
Die zur Zeit noch üblichen Gebühren könnten entfallen. Ein intelligentes Bezahlsystem würde nach Abruf abrechnen, was auch nicht teuerer sein müßte, als die heutigen Monatsgebühren. Sollte sich im TV-Bereich nicht auch irgendwann der vielbeschworene mündige Bürger/User verwirklichen lassen? Auch Nischensendungen würden in Folge der weltweiten Abrufmöglichkeit überleben, wie zahlreiche andere Beispiele aus der Netzwelt zeigen.

[Update 01.10.07]