Jun 4 2009

Tote zählen

von oldman

Beim Absturz der Air-France-Maschine sind nach neuesten Erkenntnissen insgesamt 28 Bundesbürger, und nicht 26, ums Leben gekommen, wird in den Medien gemeldet.
Für die Schweiz stellt sich das Unglück in Zahlen dagegen ‘positiver’ dar:

Beim Absturz der Air-France-Maschine über den Atlantik sind nach neuesten Überprüfungen drei und nicht wie bisher angenommen sechs Schweizer Staatsangehörige ums Leben gekommen.

Stellt man jetzt nationale Ranglisten der Todesopfer auf? An der Gesamt zahl ändert das ja nichts. Warum diese Nationenzählerei?


Nov 5 2008

120 000 Euro pro Frau

von oldman

Unter diesem Titel berichtet die WOZ von einer Ausstellung im Stadthaus Zürich, die das illegale Geschäft mit Frauen thematisiert, welches auch in der Schweiz floriert.

«Frauenhändler verdienen an einer einzelnen Frau in Jahr durchschnittlich 120 000 Euro», ist auf einer Stellwand zu lesen, die den Titel «moderne Sklaverei» trägt.
Der schlechte Schutz ist auch einer der Gründe, weshalb die Bekämpfung des Menschenhandels so schwierig ist: Aus Angst vor ihren Peinigern sind die Frauen selten bereit, eine Anzeige zu machen. Nach einer Statistik des Bundesamts für Polizei gab es 2006 nur fünf Verurteilungen wegen Menschenhandels, 2005 waren es noch zwölf, 2004 hingegen zwei.

Dies wird nicht nur in der Schweiz so sein. Auch in Deutschland ist der Frauenhandel ein einträgliches Geschäft. Experten gehen von bis zu 200.000 zum Sexgeschäft gezwungenen Frauen in Deutschland aus.
Um das einzudämmen, plädieren Menschenrechtsorganisationen dafür, auch Freier rechtlich zu belangen, die Dienste einer Prostituierten in Anspruch nehmen, von der sie annehmen müssen, dass sie dazu gezwungen wird. Die Bundesregierung hat ein Papier vorgelegt, in dem sie fordert, die Freier von Zwangsprostituierten mit Haftstrafen bis zu zehn Jahren zu belangen. Die Schwierigkeit wird sein, nachzuweisen, dass der Freier zumindest ahnte, das Zwang dahinter steckt. Aber ein Anfang ist gemacht und bei dem Ein oder Anderen wird es vielleicht eine Verhaltensänderung bewirken.


Mai 14 2008

Burma, 130.000 Tote und die Tradition

von oldman

Es ist eine alte Weisheit, dass sich vieles auch heute noch aus der Tradition erklären lässt. Die derzeitigen Machthaber in Burma, die sich trotz der Katastrophe und erwarteten 130.000 Toten weigern, Helfer ins Land zu lassen, stehen damit in einer Tradition der Menschenverachtung durch burmesische Machthaber.

Waren es früher die Könige, sind es heute die Generäle. Haben früher königliche Dynastien neue Regierungssitze gegründet, tun dies heute die Generäle. Naypyidaw nennt sich nun die neue Hauptstadt, was übersetzt ‘Sitz der Könige’ bedeutet.
Für die Armee werden vierzig Prozent des Staatshaushaltes aufgewendet; das Gesundheitswesen wird fast völlig vernachlässigt. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt das Land in diesem Bereich auf Platz 190 von 191 Staaten, 35 Prozent aller Kinder sind unterernährt.
Dafür leisten sich die Generäle die weltweit zehntgrösste Armee. Sie bildet eine eigene Kaste und betreibt für ihre Angehörigen eigene Kliniken und Schulen.

Jetzt wurden zwar 160 (!) Helfer aus befreundeten Nachbarländern angefordert, was aber im Hinblick auf die Dimension der Katastrophe nicht mal ein Tropfen auf dem heissen Stein ist.

Leben wir wirklich im 21. Jahrhundert? Wohl nur in wenigen Teilen der Welt!

Quellen und weitere Informationen
Burma – Überklebte Hilfspakete
Katastrophengebiet “regelrecht abgeriegelt”
Rotes Kreuz rechnet mit fast 130.000 Toten in Myanmar


Okt 17 2007

Burma nicht vergessen

von oldman

In den letzten Tagen gab es ja Hoffnung machende Meldungen: Japan, die EU, die Schweiz und die USA wollen das Militärregime in Burma mit
Sanktionen unter Druck setzen. Die grosse Frage ist natürlich nach wie vor, ob die Sanktionen überwiegend symbolischen Charakter haben – aber
selbst wenn, ist dies auf dieser Ebene immerhin etwas.
Aus dem Top-Bereich der Nachrichten ist das Land ja leider inzwischen mehr oder weniger verschwunden, was aber nicht bedeutet, das es aus Burma nichts mehr zu berichten gäbe. Die Militärs gehen auch mit allen Mitteln gegen Journalisten und Fotografen vor.
Jetzt hat das grosse ‘Aufräumen’ begonnen. Das Militärregime verhaftet Aktivisten, foltert diese, will die Friedhofsruhe wieder herstellen.

Tun wir das, was wir tun können – Halten wir das Land weiter im Blickpunkt!

Wer noch mehr tun will:
Ärzte ohne Grenzen
Welthungerhilfe

Weitere Beiträge zum Thema:

Burma Oppositionspolitiker zu Tode gefoltert

Pressefreiheit, Internetzensur und Repressionen gegen Blogger