Jan 30 2010

Insalata Mista N° 21

von oldman

Jürgen Fenn macht sich Gedanken zur Privatisierung des virtuellen Raums. Mailinglisten, Usenet in Webforen und soziale Netzwerke verschließen sich dem freien Zugang und lassen keinen offenen Diskurs zu.

Bei den Zeitschriften Frankfurter Rundschau (FR) Berliner Zeitung, Kölner Stadtanzeiger und Mitteldeutscher Zeitung (Halle/Saale) gibt es einen großen Schnitt. Gibt es bald nur noch eine anstatt vier?

Im politisch rechten Spektrum gibt es eine neue Zeitschrift. Ein Monatsmagazin mit dem namen »Zuerst« will » die “ganzen Alt-68er, die am Drücker sitzen, ordentlich in die Zange” nehmen«. Dafür findet sich eine zahlende Leserschaft? Oder wird diese Zeitschrift großzügig gesponsert?

Ein launiger Artikel zur OpenCola findet sich bei keimform.de. Open bedeutet hier nicht, das die Dose oder Flasche offen ist, sondern dass das Rezept frei verfügbar ist.


Feb 7 2009

Cyberkrieger vor meiner Haustür

von oldman

Da heißt es bald “Achtung”, wenn es ins Netz geht – die Bundeswehr etabliert eine Hacker-Einheit direkt vor meiner Nase, im nahegelegenen Rheinbach. Sozusagen ein Chaos-Computer-Club in Uniform.

Die deutschen Streitkräfte bauen die “Abteilung Informations- und Computernetzwerkoperationen” auf. Die bislang geheime Einheit umfasst 76 Hacker in Uniform und wird von Brigadegeneral Friedrich Wilhelm Kriesel geführt, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Standort der Cyberwar-Soldaten, die organisatorisch dem Kommando Strategische Aufklärung (KSA) angehören, sei die Tomburg-Kaserne in Rheinbach.
Bis 2010 soll die Truppe, die sich aus Fachbereichen für Informatik an den Bundeswehruniversitäten rekrutiert, einsatzbereit sein. Ziel sei das Eindringen, Spionieren, Manipulieren und Zerstören fremder Netzwerke.

Also, aufgepasst, wenn dann die Uniformierten durchs Netz streifen!


Jan 4 2009

Die Eingeborenen der digitalen Welt

von oldman

Heute Abend im Deutschlandfunk, um 20:05 Uhr – eine Sendung passend zur Netzwelt:

Nerds, Geeks und Freaks
Die Eingeborenen der digitalen Welt

Ein Feature über die neue Wahrnehmung der früheren dissozialen Wesen, die sich zu Stützen der Gesellschaft entwickelt haben sollen.

Also, anschalten, zuhören – kann man auch beim bloggen! Sicher interessanter, als das sonntagabendliche Fernsehprogramm.


Nov 21 2008

IBM lässt hoffen

von oldman

IBM will gemeinsam mit fünf Universitäten einem künstlichen Gehirn Eigenschaften wie Empfindung, Wahrnehmung, Handeln, Interaktion und Erkenntnis beibringen.

Im Rahmen des Programms “Systems of Neuromorphic Adaptive Plastic Scalable Electronics” (SyNAPSE) des Forschungsarms des US-Verteidigungsministeriums (Defense Advanced Research Projects Agency, DARPA) will IBM mit seinen Uni-Partnern ein System kreieren, das in Anlehnung an das menschliche Gehirn in der Lage ist, kognitive Fähigkeiten zu entwickeln.

Das bringt Hoffnung. Sind bald Hirnprotesen möglich? Bezeichnend finde ich, das dieses Projekt anscheinend vom Militär gesponsert wird.
Gibt es Blade Runner doch bald live?


Aug 19 2008

Ihr seid keine Götter

von oldman

Computer-Games waren und sind nicht mein Ding. Werden es auch nicht sein. Bestärkt werde ich durch solche Aussagen:

“Wir sehen im Spiel die gleichen Effekte, wie in der realen Ökonomie”, erklärt Gudmundsson. “Doch als Entwickler kann ich die Randbedingungen und Naturgesetze bestimmen. In gewisser Hinsicht macht mich dies zu einem Gott.”

(Eyjolfur Gudmundsson zu seinem Spiel Eve Online)

Mögen die Spieler diese Spiele durchaus engagiert angehen, ja ernst nehmen (was dem Spielgedanken widerspricht), manchmal bis zum Realitätsverlust. Wenn der Entwickler aber beginnt, sich als Gott zu sehen…….


Aug 9 2008

Ein Feed aus der Zukunft

von oldman

Mein Feed-Reader macht mir Angst – der holt Nachrichten aus der Zukunft:

Feed aus der Zukunft

Eine Nachricht vom 30. November 2037 – ich bin beeindruckt. Ich versuche jetzt mal, die Lottozahlen der nächsten Ziehungen zu bekommen!


Aug 4 2008

Gamer tötet Taxifahrer – Virtuell vs Realität

von oldman

Ein 18 Jahre alter Schüler soll in Thailand beim Versuch, Szenen aus Grand Theft Auto 4 nachzuspielen, einen 54-jährigen Taxifahrer erstochen haben.

“Er hat gesagt, er wollte herausfinden, ob es im echten Leben so einfach wie im Spiel ist, ein Taxi zu klauen”, sagte ein Polizeibeamter der Nachrichtenagentur Reuters. Es geht um einen 18-Jährigen aus Bangkok, der leidenschaftlich den jüngsten Teil von Grand Theft Auto gespielt und dann im Stil des Spiels einen Taxifahrer überfallen und erstochen haben soll. Der Schüler wollte den Taxifahrer angeblich nicht töten, allerdings habe der sich bei dem Überfall stark gewehrt. Dem mutmaßlichen Täter droht die Todesstrafe. Der Schüler soll laut seinen Eltern bislang nicht weiter auffällig gewesen sein. Einer der thailändischen Distributoren von GTA 4 versucht nun, das auf Xbox 360 und Playstation 3 erhältliche Spiel aus dem Handel zu nehmen. Das Kultusministerium des Landes will sich verstärkt um das Thema “Gewalt in Spielen” kümmern.

Bei der Gelegenheit sollten auch die anderen Gewalt-Spiele überprüft werden. Aber wahrscheinlich muss erst jedes Spiel ausdrücklich zu Toten führen.
(Siehe auch dazu den Post von Tom zu Ego-Shooter-Spielen.)

Via: Golem


Jul 24 2008

Zuviel studiVZ und facebook – ausloggen

von oldman

Das virtuelle Netzwerk kann auch zur Belastung werden. 1000 ‘Freunde’ sind zuviel des Guten. Das reale Leben kommt zu kurz. Die Welt besteht nicht nur aus studiVZ und facebook.
Wem das alles zuviel wird, der kann sich jetzt ausloggen. Dafür gibt es einen neuen Service, bei dem man sich aber erst einmal einloggen muss – das Webportal ausgeloggt.net.

Das einfache Motto der Website: „Das Leben ist zu kurz für virtuelle Freundschaften“. Auf der Startseite klebt ein gelber Zettel mit der lapidaren Notiz: „Bin ein Bier trinken“. Es ist die elegantere Art, sich aus den virtuellen Netzwerken zu verabschieden.
Der Ausstieg vollzieht sich paradox: Auf ausgeloggt.net muss man sich zunächst einloggen. Erst dann können die eigenen wichtigen Kontakte hinterlegt werden. Den Freunden, von denen man sich beim Ausloggen aus der Welt der sozialen Netze trennt, hinterlässt man einfach die Adresse der persönlichen Seite bei ausgeloggt.net. Dort finden diese jederzeit zwei Informationen: eine aktuelle Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse des Ausgeloggten.

So ist das Netz – für alles findet sich schnell eine Lösung. Irgenwann kann man sich dann auch bei ausgeloggt.net ausloggen.